Gestern wurde ich von einem Kollegen aus der Montage gefragt, ob ich nicht Lust auf eine Runde mit dem Liegerad nach Feierabend hätte. Er hätte noch eine Speedmachine frei, die könne ich dann nehmen.
Nun ist es so, dass ich seit ca. 6 Wochen in dem Unternehmen arbeite, am Wochenende immer in die Heimat zu Frau und Kindern fahre. In der Woche unternehme ich abends meistens gar nichts mehr, das Radfahren hatte mir in der bergigen Gegend der Schnee und das Eis verlitten.
Also sagte ich sofort zu, packte gestern abend meine Fahrradklamotten ein, kann nicht schaden. Um 17:00 Uhr schnell in lange Hosen gefüttert, kurze Hose drüber mit Schulterträgern, Trikot und Softshell drüber, Lidl-Radschuhe mit Cleats, gestiegen. Dann haben wir schnell die Speedmachine eingestellt und los gings.
Ich muss dazu sagen, dass ich hier die Umgebung nur sehr unzureichend kenne. Ich kenne den Weg in die Firma, zum Supermarkt und in die Innen-"Stadt". Das war es aber auch schon gewesen.
Zu viert, aufgezogen wie die Perlen an einer Schnur, kurbelten wir los Richtung Eppstein durch das berühmte Lorsbachtal. Der Taunus schmiegte sich um und herum, die Straßen sind vergleichweise eng, Radstreifen oder gar einen Radweg gibt es nicht. Die vielen Autos überholten uns aber ausnahmslos mit ausreichendem Abstand, somit war ich diese Sorge los. Mit der Shimano XT gings nach einiger Zeit auch immer besser (ich mag Kettenschaltungen aber immernoch gar nicht), sodass ich mich drauf konzentrieren konnte, meinen Pace zu halten und Linie zu fahren.
Wie man es sich im Taunus allgemein denken kann, gehts nach einiger Zeit nicht nur ein bisschen, sondern schon recht massiv bergan. Von Eppstein in Richtung Königsstein gings los. Der Kollege mit dem Carbon-Tieflieger, der schon öfter dort fuhr, schätzt die Steigung auf 7%, über eine Strecke von zweieinhalb Kilometer. Vorne auf 1, hinten auf 8 bin ich da hochgeschnauft. Mein lieber Herr Gesangsverein...
Ich sitze nicht täglich auf dem Lieger. Fahren "kann" ich so etwas erst seit ebenfalls 6 Wochen, gefahren bin ich bis heute in der Summe geschätzte 20km. Also kann man ein gar nicht davon sprechen, dass meine Beine in irgendeiner Form darauf vorbereitet waren. So entlockte mir das Oben-Ankommen ein Tim-Taylor-Grunzen, so laut, dass der Wald erzitterte...natürlich.
Etwas weiter gings dann steiler zur Sache, sodass ich mich entschied, mit meinen doch weitreichenden Balancierakten in kleiner Entfaltung auf den Gehweg auszuweichen. Dieser war immernoch nicht breit genug. Die gut befahrene Straße war zu schmal, also schob ich ca. zwei Kilometer. Meine Waden fühlten sich nach dem vorherigen Anstieg eh schon an wie Golfbälle.
Belohnung der Mühe war die sehr schnelle Abfahrt von Königstein über die B519 zurück nach Kriftel.
Fazit: Speedmachinefahren ist sehr launig und schnell, wenn nicht gerade ein Berg im Weg steht. Ich würde sie gerne auch mal mit Deichsellenker testen. Wenn man hochfährt, darf man auch auf eine Abfahrt hoffen, im Liegen verläuft beides etwas extremer. Nächste Woche bin ich wieder dabei, wenn ich es einrichten kann.
Streckenlänge: ca. 30 km
Hohenmeter: zu viele
Zeit: gute 2 Stunden
2 Kommentare:
Ich war heute auch unterwegs - allerdings nur die Hälfte der Strecke. Und auch bergauf, wenngleich nicht taunusmäßig. Aber meine Beine fühlten sich bei meinen Eltern "oben" auf dem Berg wie Pudding an. Wird echt Zeit, dass das Wetter länger besser bleibt!
ja, das muss so werden. Ich habe das Gefühl, dass ich über den Winter nur schwerer und träger geworden bin. Eíne knackige Tour pro Woche kann da absolut nichts schaden.
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