Gegenanzeige
Wie ich gerade telefonisch von der Liebsten erfuhr, hat der Autofahrer, den ich aufgrund dieses Sachverhalts anzeigte, tatsächlich Gegenanzeige gegen mich gestellt.
Wie die Liebste mir berichtete, bezichtigt er mich der Behinderung, weil ich angeblich in der Mitte der Fahrbahn gefahren sei, um ihn versätzlich zu behindern. Weiterhin wird mir vorgeworfen, dass ich ihn den ausgestreckten Mittelfinger gezeigt hätte.
Es verwundert mich, wie ein Mensch, der sein Auto als Mittel der Gewalt einsetzt, angesichts einer Anzeige gegen ihn auf einmal seine sensible Seite entdeckt.
Ich fuhr auf der Eisenbahnstr. Richtung Servatiiplatz mit einem Sicherheitsabstand von 0,8 bis 1m zur Buspur. Der Fahrer drängelte und hupte und fühlte sich im Nachheinein aktiv von mir behindert. Vermutlich wollte er mich nicht in seinem Verkehr haben, obwohl es auch in Deutschland kein verbrieftes Grundrecht auf freie Fahrt gibt. Ich winkte ihn noch rechts rüber auf die Busspur, um ihm die Gelegenheit zu geben, mir sein Anliegen vorzutragen. So wie er hupte und wild gestikulierte, musste er ja was auf der Seele haben. Dieses Angebot nahm er aber nicht in Anspruch, vielmehr zog er es vor, mir weiter zu bedrängen.
Was mich vor allem interessiert ist, wie er meinen vermeindlichen Mittelfingerzeig gesehen haben will. Ich trug an dem Morgen eine schwarze Fleece-Jacke und schwarze Fleece-Handschuhe, außerdem hatte es noch nicht einmal begonnen zu dämmern.
Ich habe gerade eine Stellungnahme zu seiner Anzeige vorgeschrieben, werde sie heute Abend in den Anhörungsbogen der Polizei übertragen und gleich persönlich zur Polizei bringen. Ich halte Euch auf dem Laufenden.
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