Donnerstag, 31. Januar 2008

Erste Anzeige des Jahres

Folgende Anzeige habe ich über das Polizeiportal der Polizei NRW online an die Polizeidienststelle Münster weitergeleitet:


Am 31.01.2008 um ca. 07:58 Uhr fuhr ich auf dem Fahrrad auf der Fahrbahn
der Eisenbahnstraße zwischen der Kreuzung Eisenbahnstr./Warendorfer Str. und dem
Servatiiplatz. Ich befand mich auf der rechten Fahrspur mit einem
Sicherheitsabstand von ca. 1m zur Gehwegkante und fuhr mit einer Geschwindigkeit
von ca. 35 km/h im leicht stockenden Verkehr, als ich hinter mir ein Aufheulen
eines Motors sowie Hupen vernahm. Als ich mich daraufhin umdrehte, sah ich dicht
hinter mir den dunkelblauen Opel Omega Caravan mit dem Kennzeichen MS -- ---.
Dieser gab mir durch heftige Handzeichen zu verstehen, ihm Platz zu machen. Als
ich seiner Aufforderung nicht nachkam, hupte er erneut, zeigte mit der Hand vor
dem Gesicht mir gegenüber wiederholt den "Scheibenwischer". Außerdem
beschleunigte er deutlich und verkürzte den Abstand zu mir merklich auf weniger
als 5 m. Ich fuhr an der Fußgängerampel auf den Servatiiplatz, da ich mein Ziel
erreicht hatte, der Beschuldigte beschleunigte stark, setzte seine Fahrt im
Verlauf der Von-Vincke-Straße fort. Bei dieser Gelegenheit konnte ich das
Reklameschild für "Kölle Zoo" auf der Beifahrerseite des beschriebenen Fahrzeugs
sehen.

Ich beschuldige den Fahrer des Opel Omega Caravan mit dem Kennzeichen
MS -- --- der Nötigung § 240 StGB, Beleidigung § 185 StGB sowie der Gefährdung
des Straßenverkehrs § 315c StGB. Ich fordere Sie hiermit auf, dieser Anzeige
umgehend nachzugehen.


Ich bin gespannt, was bei dieser Anzeige heraus kommt. Ich hatte gegen Ende 2007 zwei Sachverhalte auf dem selben Wege zur Anzeige gebracht, die Bestätigung hatte ich per Post erhalten, darüber hinaus ist aber nichts geschehen.

Dem o.g. Kandidaten spreche ich die charakterliche Eignung zum führen eines Kraftfahrzeugs ab. Er benutzte sein Fahrzeug als Instrument der Gewalt, indem er mir drohte, mich notfalls von der Straße zu schieben, weil mich StVO-konform verhalten habe. Auf der Eisenbahnstraße gibt es keinen Radweg. Vorhanden ist ein Gehsteig und eine nicht für Radfahrer freigegebene Fahrspur für Linienbusse. Viele Radfahrer benutzen lieber die parallel verlaufende Promenade. Da diese aber nicht straßenbegleitend verläuft, besteht auch keine Benutzungspflicht. Die Nutzung der Promenade halte ich aber aufgrund des Schülerverkehrs, der Jogger und den Hundespaziergängern für deutlich gefährlicher als die Nutzung der Fahrbahn.

Update vom 12.02.2008: Ich habe am Freitag einen Zeugenanhörungsbogen zugeschickt bekommen. Netterweise wurden die Punkte, zu denen der Sachbearbeiter detailliertere Informationen wünscht, mit einem Textmarker markiert. Es scheint sich also tatsächlich jemand zu kümmern und die Ermittlungen aufgenommen zu haben. Ich habe den Bogen gleich am selben Tag bei der ermittelnden Polizeidienststelle abgegeben.

3 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Viel Erfolg bei der Anzeige, schade dass du keine Zeugen hast. Ich finde es aber sehr gut, dass du das zur Anzeige gebracht hast. Selbst wenn das Verfahren eingestellt wird, so hat er sich doch damit auseinandersetzen müssen.

Mir sind solche Vorfälle dieses Jahr auch schon häufiger passiert, ob nun ein Radweg existierte oder nicht, oder es gar auf einer für Autofahrer nicht (jedoch für Fahrradfahrer) freigegeben Busspur passierte.

Anonym hat gesagt…

Das Verfahren wird natürlich eingestellt. Du hast den Fahrer nicht beschreiben.

Morgenfrost hat gesagt…

In dem Teil, den ich gepostet habe, ist keine Beschreibung des Fahrers enthalten, das stimmt. In dem Teil der Anzeige, den ich nicht gepostet habe, ist allerdings eine -wenn auch dürftige Beschreibung- enthalten. Aufgrund der Lichtverhältnisse, also Dämmerung, Reflexe von Straßenbeleuchtung in der Frontscheibe des Opel und mehrmaliger Blick über die Schulter während der Fahrt, waren aber auch keine Details zu erkennen.