Freitag, 30. November 2007

Datenwiederherstellung

Wie am Montag geschrieben, haben sich über das Wochenende alle Daten meiner alten (von 1999) Backup-Festplatte aus unerfindlichen Gründen verabschiedet. Ich habe mich zwar mit Easy Recovery Pro daran versucht, alle Daten wiederherzustellen, dieses funktionierte aber leider nicht komplett. Sehr wichtige Emails, die ich vor Formatierung von C:\ auf dieses Laufwerk geschoben, dann waren sie aber leider weg. Easy Recovery Pro stellte sie mir leider auch nicht wieder her.

Mit solchen Ergebnissen kann ich mich aber nur schwer zufrieden geben. Daher habe ich mich heute auf die Suche nach Alternativprogrammen gemacht und wurde mit
GetDataBack für FAT (Shareware) fündig. Dieses nette, überraschend kleine Programm hat mir alles inkl. Dateinamen und ebendiese Mails überraschend schnell wiederhergestellt. In der unlizensierten Funktion musste ich zwar jede Datei einzeln öffnen und dann unter der neuen Adresse abspeichern, im Vergleich mit den Auswirkungen des Verlustes war das aber nur eine geringe Bürde.

Mittwoch, 28. November 2007

Lebensmüder in grün

Als ich gestern abend um ca. 18:00 Uhr nach Hause fuhr, steckte ich auf dem Radweg an der Kreuzung Eisenbahnstr. /Warendorfer Str. an der Ampel in einem ganzen Rudel Radfahrer. Das Knäuel entwirrte sich erst nach und nach, denn es ist ja klar, die langsamen fahren auf dem Radweg immer ganz links, damit bloß niemand überholen kann.

Gerade als sich das Ganze entzerrte und ich an dritter Stelle endlich mehr Druck auf die Pedale geben konnte, springt ein Krad-Melder berittener Polizist Motorradpolizist abgesessen hinter dem Sockel der Bahnbrücke hervor mitten auf den Radweg ca. 10m vor uns, um einen der Radfahrer aus dem Rudel zu picken, der kein Licht an hatte.

Das Tempo lag bei knapp 25km/h, insgesamt waren wir rund 20 Leute und der Irre hat nichts anderes zu tun, also sich knapp vor uns zu schmeissen nur wegen einem Armleuchter ohne Licht!

Klar, die Polizei Münster führt immernoch ihre
Sicherheitsoffensive Verkehr durch und klar ist auch, dass aufgrund von 11 Unfällen, wo fehlendes Licht an Fahrrädern eine verursachende Rolle gespielt haben alle Radfahrer in Münster durch komische Kontrollaktionen schikaniert werden, aber die Nummer schlägt dem Fass die Krone ins Gesicht.

Das der Polizist sich und vor allem andere mit dem Sprung massiv gefährdet, ist ihm im Jagdfieber wohl nicht in den Sinn gekommen. Die möglichen Folgen, wenn einer der vorderen gestürzt oder sonstwie zum Hinderniss für die anderen geworden wäre, möchte ich mir nicht ausmalen.

Montag, 26. November 2007

Horrorwochenende

Kind krank, hat starken Husten. Die Liebste ist genervt, weil Kind durch den starken Husten nachts wach wird und die Liebste damit kaum ein Auge zubekommt. Mir tut der Kleine tierisch leid, da ich ihm kaum helfen kann. Meistens wandere ich mit ihm auf dem Arm den Flur auf und ab, um ihn zu beruhigen.

Aber das alleine war es nicht. Der Größte hat vorab zu Weihnachten von allen zusammen einen neuen PC bekommen, sodaß der alte, bei dem die Festplatte defekt war, frei wurde. Mein Plan war es dann, Mainboard MS-7211 und Pentium Celeron 2,66 GHz in mein Gehäuse zu setzen und meine Laufwerke weiter zu benutzen. Mein Asus Board und der Slot 1 Pentium III 850 MHz sollten in das Gehäuse vom Größten wandern und zusammen mit der 20 GB Maxtor HD an den Mittleren gehen.

Soweit so gut. Alles was ich noch brauchte, habe ich von der "großen" 80er auf die 20er als Backup geschoben, die 80er formatiert, den ganzen Samstag damit verschwendet, die CD mit dem Betriebssystem zu suchen und dann am Sonntag das Betriebssystem installiert. Danach wollte ich das Backup dann wieder auf die 80er schieben und alle wären glücklich. Also hängte ich die 20er als Slave an IDE 1, Windows erkannte sie, aber als unformatiert. Scheiße!!! Es waren ja nur knapp 15.000 Dateien, davon sehr viel Musik, unersetzbare Bilder und sehr wichtige Mails, also große Scheiße!

Zum Glück hatte ich noch eine Kopie des Programms Easy Recovery Professional Version 6 zu Dateiwiederherstellung. Das Programm hat auch eine Menge (18,58 GB) gefunden, allerdings nach Dateiendung sortiert und mit laufenden Nummern versehen, sodaß ich in den nächsten Tagen das Vergnügen haben werde, 15.000 Dateien zu sichten, zu ordnen und umzubenennen. Auf die wichtigen Mails bin ich bisher aber noch nicht gestoßen.

Die Liebste wird warscheinlich auch noch sauer auf mich werden, wenn ich die Abende der nächsten Tage überwiegend hinter der verschlossenen Tür des Arbeitszimmers verbringen werde. Ich freu mich drauf (Vorsicht, Ironie!!!).

Mittwoch, 21. November 2007

Arbeitssuche

Wir stellen uns vor, jemand hat einen Job, ist damit aber nicht mehr ganz so glücklich. Also macht dieser Jemand sich auf die Suche nach einem neuen Job in seiner Branche. Parallel dazu meldet er sich aus verschiedenen Gründen bei der Arbeitsagentur arbeitssuchend. Darauf ruht der Jemand sich nicht aus, sondern bewirbt sich auf alles Passende, was ihm unterkommt. Unter Anderem auch bei dem größten einem großen Callcenterbetreiber für ein mehrsprachiges Projekt. Dort wird er zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen, meistert dieses ziemlich gut und sollte nach einer Beratung der Personalverantwortlichen wieder kontaktiert werden. Wir nehmen also an, dass dieser Kontakt innerhalb von 14 Tagen nach diesem Gespräch nicht zustande kam. Der Jemand ruft die entsprechende Dame von sich aus an und erhält die Auskunft, dass es dem Unternehmen furchtbar leid täte, man habe lange diskutiert und mit sich gehadert, aber man habe dazu übergehen müssen, die Personalaquise fortan ausschließlich mit Personaldienstleistern durchzuführen. Da dieser Jemand sich nun direkt bei diesem Unternehmen beworben hat, könne er leider nicht berücksichtigt werden, aber man wünsche ihm viel Glück bei seiner Suche.

Wenige Wochen später erhält unser Jemand von einer Arbeitsagentur im Umland einen Vermittlungsvorschlag für einen anderen Standort desselben Unternehmens mit einer identischen Projektbeschreibung. Nehmen wir weiterhin an, dass er sich telefonisch mit diesem Standort in Verbindun setzt und er auf diesem Anruf hin eine Email mit zwei Links zu einem Sprachtest erhält. Diese Tests habe der Jemand dann online ausgefüllt und wartete auf die angekündigte Rückmeldung. Wir gehen davon aus, dass ca. 14 Tage lang keine Rückmeldung erfolgt, woraufhin er per Email an die personalverantwortliche Abteilung anfragte. Auf diese Email habe er keine Reaktion erhalten, woraufhin er eine Woche später den telefonischen Kontakt sucht. In diesem Telefongespräch erhält er die Auskunft, dass man ihn leider nicht einstellen könne, da die Ergebnisse der Sprachtests nicht gut genug gewesen seien, man bedauere die Ablehnung und wünsche ihm für seine Suche viel Glück. Diesem Ergebnis misstraut der Jemand zutiefst, denn mit der einen Sprache ist er ausgewachsen -zweisprachig also- die andere begleitet ihn von der 5. Klasse bis hin zu 6 Semester Studium einen Großteil seines Lebens.


Wir nehmen an, unser Jemand bekommt erneut einen Vermittlungsvorschlag von seiner Arbeitsagentur. Dieser Vermittlungsvorschlag enthält wiedermal dieselbe Projektbeschreibung, dieses Mal allerdings für eine Sprache, die er nur in Grundkenntnissen beherrscht. Der Arbeitsgeber ist der erstgenannte Standort in diesem Artikel. Der Jemand bewirbt sich -wie gefordert- per Email, gibt in dieser Email aber auch an, über welche weiteren Sprachkenntnisse er verfügt. Aufgrund dieser weiteren Informationen rief die Adressatin Jemand auch zwei Tage später an, um Jemanden zu einem Bewerbungsgespräch sieben Tage später einzuladen. Jemand erwartet nicht viel, läßt sich aber darauf ein und macht sich den Nachmittag des Stichtages frei von seinen Arbeitszeiten. Nun erhält jemand aber einen Tag vor dem Termin einen Anruf von der Dame, an die er die Bewerbung schickte. Diese Dame teilte Jemand mit, dass es ihr furchtbar leid täte, sie müsse den Termin leider kurzfristig absagen, denn man hätte sich kurzfristig für jemand anderes entschieden, da dieser kurzfristig zur Verfügung gestanden habe und man ja schließlich die Stelle kurzfristig neu besetzen müsse. Die Agglomeration des Adjektivs "kurzfristig" stammte tatsächlich von ihr. Sie betonte ihr Bedauern und wünschte dem Jemand weiterhin viel Glück für seine Suche. Jemand konnte nur noch lachen.

Kann es jemand Jemand übel nehmen, wenn sich Jemand schlichtweg verarscht fühlt?!

Freitag, 16. November 2007

Fünfjahresplan

gIch habe ganz am Anfang eines Jahres Geburtstag, der nächste wird der 35. sein. Die magische 40 rückt immer näher, somit dürfte ich rein statistisch die Mitte meines Lebens überschritten haben. Aufgrund eines Links, den mir Christian gestern schickte, sind mir ein paar Dinge eingefallen, die ich bis zu meinem 40. Geburtstag noch gemacht haben möchte.

  1. Ich möchte die Vätternrundan in Süd-Schweden fahren, vielleicht schon 2009.
  2. Ich möchte auf dem Fernradweg Ostsee vom Lübeck nach Heringsdorf an der Ostseeküste entlang fahren.
  3. Ich möchte den Camino de Santiago fahren. Ob dies in Etappen oder komplett geschieht, kann ich allerdings noch nicht entscheiden.

Vielleicht schließt sich ja jemand bei der einen oder anderen Unternehmung an. Wir werden sehen.

Donnerstag, 8. November 2007

Weihnachtsfahrrad

Unser 11jähriger fährt seit Monaten kein Fahrrad. Zur Schule fährt er mit dem Bus, weil sie ein ganzes Ende von uns weg ist und die Liebste es so für sicherer hält, was das pünktliche Ankommen in der Schule angeht. In seiner Freizeit liest er gerne oder spielt irgendwelche Konsolenspiele. Es hat ein Fahrrad, über dessen Qualität habe ich mich hier aber schon ausgelassen. Er hat keinen Spaß daran und ich habe keine Lust mehr drauf, mich ständig um das Fahrrad zu kümmern, weil es damit kein Ende nimmt.

Da es nun aber schon stark auf Weihnachten zugeht, machte ich der liebsten gegenüber den Vorschlag, dem Kind ein ordentliches Fahrrad zu schenken. Zuerst waren wir uns einig, dass wir zum Wilde Kerle Cruiser tendieren. Was aber auf den ersten Blick als stylisch und sexy galt, enpuppte sich bei sehr genauem Hinsehen als zu schwer und nur mäßig verarbeitet. Weiteres Ausschlusskriterium war das Fehlen einer Lichtanlage und das es nicht ohne weiteres möglich ist, die Logos zu entfernen. Dieses hatten wir vor, um dem Fall entgegenzuwirken, dass das Kind irgendwann die wilden Kerle nicht mehr mag. Elfjährige ändern ihre Meinung schnell.

Ich trieb mich daraufhin einen halben Tag in Münsters bekannten Fahrradläden herum und einen weiteren halben Tag die Liebste in den blanken Wahnsinn, da ich mich nicht mit dem Mist, den ich fand, zufrieden geben wollte. Die Mehrheit der Räder die ich sah, bestanden aus diesen unsagbar häßlichen und schweren Y-Rahmen aus irgendwelchen asiatischen No-Name-Schmieden. Die Komponenten machen auf mich nur den Eindruck einer Alibi-Funktionalität, alles mutet ziemlich billig an. So etwas haben wir schon, so etwas macht keinen Spaß, so etwas wollen wir nicht nochmal. Ich erinnere mich nur zu gerne an die robusten, leichten, schnörkellosen Rixe-Fahrräder, die ich in meiner Jugend fuhr. Nur, woher nehmen wir ein sexy Fahrrad, wenn nirgendwo eines angeboten wird?

Der Himmel tat sich auf, die Englein sangen, mir wurde eine Erleuchtung zuteil: Wenn in Deutschland Geiz so geil ist, dass alle nur noch billigen Ramsch verlangen, bekommt man ein vernünftiges Fahrrad vielleicht im Ausland.

Da die Niederlande am nächsten liegen und ich des Niederländischen mächtig bin, schaute ich bei Gazelle im Internet nach und wurde prompt fündig. Es gibt in den Niederlanden nicht nur die klassischen Holland-Räder, sondern für Kinder und Jugendliche auch attraktive gut ausgestattete Räder für einen adäquaten Preis. Davon konnte ich selbst die Liebste überzeugen.

Am besten gefiel mir das Modell Bumper in 26''

Ein wie ich finde interessanter, schön gearbeiteter Rahmen, Metallschutzbleche, Gepäckträger der den Namen auch verdient, SRam Nabendynamo und SRam Dreigang-Nabenschaltung.

Über die Gouden Gids -den niederländischen Gelben Seiten- suchte ich mir einen Händler in Grenznähe, rief ihn an, liess mir einen Preis machen und war mit 370 Euro einverstanden. Ten Tusschen B.V. in Enschede bekam unseren Zuschlag. Wir fuhren hin, wurden sehr gut beraten und nahmen das Rad gleich mit.

Die liebste war schlichtweg begeistert, konnte kaum glauben, dass es Räder einer solchen Qualität für Kinder überhaupt gibt. Besonders von Gazelle hatte sie nicht erwartet, neben den recht konservativen klassischen Rädern auch trendy Jugendräder zu bekommen.

Ich freue mich auf das Gesicht des Kindes, zumal wir ihn im Glauben lassen, er bekäme etwas anderes.

Samstag, 3. November 2007

Herbst in Münster

Freitag, 2. November 2007

Promenadenfischzug

Wie ich heute abend um ca. 17:00 Uhr feststellen musste, hat sich Münsters Polizei allem Anschein nun doch im Rahmen der "Sicherheitsoffensive Verkehr" schwerpunktmäßig auf die Radfahrer konzentriert. An der Promenade Ecke Salzstr. haben sich schätzungsweise 15 Polizisten in zivil und in Uniform mitsamt Einsatzwagen und einem Informationspavillion postiert, um Radfahrer ohne Licht anzuhalten. Unterstützt wurden sie dabei von Mitgliedern des örtlichen ADFC Kreisverbandes. Ebenfalls anwesend war Herr Wengler, der bei der Direktion Verkehr der Polizei Münster für die Unfallanalyse zuständig ist.

Ich bin gespannt, was die Lokalredaktion der Westfälischen Nachrichten daraus wieder macht, um alle Radfahrer in Münster als Lichtmuffel hinzustellen.

Meine Meinung dazu: Wer bei Dunkelheit kein Licht am Rad hat, ist ein Armleuchter.

Update:

Die Westfälischen Nachrichten äußern sich in diesem Artikel für meine Begriffe einigermaßen gemäßigt zu der Aktion. Zumindest ich habe nicht allzuviel an diesem Artikel auszusetzen.