Lebensmüder in grün
Als ich gestern abend um ca. 18:00 Uhr nach Hause fuhr, steckte ich auf dem Radweg an der Kreuzung Eisenbahnstr. /Warendorfer Str. an der Ampel in einem ganzen Rudel Radfahrer. Das Knäuel entwirrte sich erst nach und nach, denn es ist ja klar, die langsamen fahren auf dem Radweg immer ganz links, damit bloß niemand überholen kann.
Gerade als sich das Ganze entzerrte und ich an dritter Stelle endlich mehr Druck auf die Pedale geben konnte, springt ein Krad-Melder berittener Polizist Motorradpolizist abgesessen hinter dem Sockel der Bahnbrücke hervor mitten auf den Radweg ca. 10m vor uns, um einen der Radfahrer aus dem Rudel zu picken, der kein Licht an hatte.
Das Tempo lag bei knapp 25km/h, insgesamt waren wir rund 20 Leute und der Irre hat nichts anderes zu tun, also sich knapp vor uns zu schmeissen nur wegen einem Armleuchter ohne Licht!
Klar, die Polizei Münster führt immernoch ihre Sicherheitsoffensive Verkehr durch und klar ist auch, dass aufgrund von 11 Unfällen, wo fehlendes Licht an Fahrrädern eine verursachende Rolle gespielt haben alle Radfahrer in Münster durch komische Kontrollaktionen schikaniert werden, aber die Nummer schlägt dem Fass die Krone ins Gesicht.
Das der Polizist sich und vor allem andere mit dem Sprung massiv gefährdet, ist ihm im Jagdfieber wohl nicht in den Sinn gekommen. Die möglichen Folgen, wenn einer der vorderen gestürzt oder sonstwie zum Hinderniss für die anderen geworden wäre, möchte ich mir nicht ausmalen.
2 Kommentare:
DAB?
Lohnt sich nicht. Die Damen und Herren in Grün sind auf ihrem Kreuzzug gegen Lichtsünder so verbissen und mit quasi-missionarischem Eifer unterwegs, das Ganze ist von Polizeipräsidenten anscheinend in der Form prima abgesegnet nach dem Motto "Der Zweck heiligt die Mittel". Es sind ja nur Radfahrer.
Außerdem habe ich keinen Namen, keine Zeugen, kein Kennzeichen. Für mich war es an diesem Abend wichtiger, schnell zu Hause zu sein.
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